Reisebericht von Juli / Aug. 2011

Konferenz in Mbeya

Tansania – ein Land zwischen atemberaubender Schönheit und gigantischen Herausforderungen

 

Das Land Tansania in Ostafrika ist ein Traumziel für viele Touristen. Es liegt am indischen Ozean, die Hauptstadt ist Dodoma, Regierungssitz und größte Stadt ist Daressalam. Tansania ist zweieinhalb Mal so groß wie Deutschland und gehört trotz intensiver Entwicklungshilfe zu den armen Ländern der Welt. 60 Prozent der Bevölkerung sind Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren, die nach vielen Einschätzungen kaum eine Perspektive für eine bessere Zukunft haben. Die Aidsrate liegt bei 20 Prozent und Korruption durchzieht das Land wie ein Krebsgeschwür.

„Change the life of Youth to change the World – Verändere das Leben der Jugend um die Welt zu verändern, lautet das Motto von TAYOMI (Tansanian Youth Ministeries) – eine überkonfessionelle Organisation von afrikanischen Christen, die materielle, ideelle und christliche Jugendarbeit in Tansania aufbaut und fördert. Diese Bewegung entstand vor rund 20 Jahren und erreicht inzwischen im ganzen Land rund 40000 Jugendliche. Sie wird finanziert und unterstützt über den Förderverein für TAYOMI (VfC) mit Sitz in Reichenbach/Fils.  Zu TAYOMI gehört auch die Secondar- Internatsschule in Melela, die inzwischen auf 250 Studenten angewachsen ist.

Ein Team aus Deutschland war im Juli/August wieder vor Ort, um die Entwicklung der Schule und das Jugendnetzwerk im Land zu besichtigen. Außerdem wurde die Solaranlage an der Schule erweitert. Hier ihr aktueller Bericht:

Am 13. Juli flogen wir (Pfarrer Siegfried Häußler, Siegbert und Irmgard Kammermeyer) erneut nach Tansania. Das  Ziel unserer Reise war diesmal das Jugendnetzwerk TAYOMI näher kennen zu lernen und die Casfeta (Christ-Ambassador- Fellowship- Tansania) Gruppen vor Ort zu besuchen. Wir fuhren rund 5000 km durch das ganze Land, von Daressalam im Osten am indischen Ozean, nach Mwanza im Norden am Victoriasee, dann nach Mbeya im äußersten Südwesten in den Highlands von Tansania. Wir waren beeindruckt von den unterschiedlichen Landschaften: Weites, ödes, trockenes Land mit riesigen runden Felsbrocken, verstreut, es sah aus als hätte der liebe Gott mit Murmeln gespielt und vergessen aufzuräumen. Dann fuhren wir durch grüne Gegenden mit fruchtbaren Ackerböden und herrlichen Früchten.  Wir sahen hohe Berge mit Pinienwäldern und genossen die angenehm frische Luft. Wir begegneten fröhlichen, gastfreundlichen Menschen in ihren ärmlichen Häusern, und überall waren Scharen von neugierigen Kindern, die uns „Musungus“ bestaunten.

Erick Lungwe, der Leiter von TAYOMI, brachte uns mit den verschiedenen Casfeta/TAYOMI Gruppen zusammen an Universitäten und Schulen. Wir erlebten kraftvolle, afrikanische Spiritualität und waren beeindruckt von der authentischen christlichen Lebenshaltung dieser jungen Menschen und ihrem Ernst, nach dem Motto von TAYOMI zu leben. Wir forderten sie heraus das Motto anstelle „.. to change the world“ in „to change your World“, also in „deine Welt“  zu verändern und ermutigten sie, Hoffnungsträger für ihr Land Tansania zu sein. Wir trafen engagierte Mitarbeiter und potentielle Verantwortungsträger, die bereit sind Misswirtschaft und Korruption nicht mehr zu tolerieren, sondern durch Vorbild neue Zeichen zu setzen. Dies ist eine große Herausforderung, aber aus unserer Sicht ein hoffnungsvoller Weg Systeme mittelfristig von „innen“ heraus zu verändern. Wir ermutigten sie, Dinge selbst anzupacken anstelle auf Hilfe von außen oder von einer kaum handlungsfähigen Regierung zu erwarten. 

Ein großes Problem ist, dass viele gut ausgebildete  Uni-Absolventen  keine Arbeit bekommen. Hier versuchten wir neue Denkansätze zu vermitteln. Das Land braucht vor allem gute Fachkräfte auf allen Gebieten, ob Landwirtschaft, Handwerk oder Handel. Das Land braucht  flächendeckend tansanische „Kleinunternehmer“ und „Genossenschaften“. Nur so kann der massiven und aggressiven Politik der Ausbeutung des Landes durch ausländische  „Investoren“ begegnet werden.

Unsere weitere Aufgabe war nach der Internatsschule in Melela zu schauen. Wir waren überrascht von der positiven Entwicklung. Das alte Lehrerhaus wird fachmännisch renoviert und kann bald bezogen werden, die Lehrer sind motiviert, die Kinder machen einen fröhlichen Eindruck. Die Schlafräume wurden frisch gestrichen,  Decken eingezogen und die Fenster mit Moskitogittern versehen. Die Sonnenblumen sind aufgegangen, es konnten vier Säcke Samen geerntet werden. Außerdem bestaunten wir auf dem Schulacker die gesunden Kasawa-Pflanzen (Süßkartoffeln).                                                    Durch das Anwachsen der Schülerzahl auf 250 Studenten ist auch der Energiebedarf größer geworden. Eine großzügige Spende ermöglichte den Ausbau der vorhandenen Solaranlage.                       Anfang August reiste ein Team, bestehend aus dem „Fundi“ (Fachmann) Reinhard und den zwei engagierten jungen Damen Sarah und Daniela nach Melela. Sie installierten in zwei Wochen die Solaranlage sowohl auf der Schule als auch auf dem Dach der Mädchenschlafräume und dem Lehrerhaus. Wie glücklich waren die „Girls“, als sie Licht hatten. Christa Häußler konnte zusammen mit Mary, der Krankenschwester der Schule, die Medikamente auffrischen und zeigte ihr, wie man ein Blutdruckmessgerät und ein Fieberthermometer bedient. Außerdem erkundigte sie sich über die Maßnahmen der Aidsaufklärung- und Vorsorge an der Schule. So war es für alle wieder eine äußerst intensive und bereichernde Zeit mit vielen Eindrücken und Erlebnissen. Es ist wichtig, dass vor Ort durch sensible, persönliche Begleitung und Unterstützung ein Austausch zwischen zwei Welten und Kulturen stattfindet, wo jeder dabei profitieren kann.

 

Wir danken für Ihr Interesse und laden herzlich ein zu unserem TAYOMI Infoabend in Reichenbach am 15. Oktober ab 18 Uhr im Paul-Schneider-Haus.

 

Aktuelle Informationen finden Sie unter www.tayomi.de

Irmgard Kammermeyer

Erweiterung der Solaranlage

Neues von TAYOMI

Unsere Rundbriefe informieren:

 

Juli 2009, dieses Mal mit:

  • „Karibu“ – Willkommen in Tansania!
  •   Kurz vor dem Ziel, aber noch nicht über dem Berg
  •  Container für DMS Melela
  • TAYOMI Rundbrief Juli 2009

April 2009, dieses Mal mit:

  • Gelobt sei Gott
  • Josefs Nachfolger Erick Lungwe berichtet
  • Vorstellung der Familie Glatzle
  • Geplanter Besuch in Melela
  • TAYOMI Rundbrief April 2009

Dezember 2008, dieses Mal mit:

  • Gott ist mit uns, auch wenn es weh tut
  • Besuch in TAYOMI in schweren Zeiten
  • Flohmarkt in Neuenstadt
  • Patenschaft für Schulkinder
  • TAYOMI Rundbrief Dez. 2008

 

Laden Sie die Inhalte der Rundbriefe mit einem Mausklick herunter.

(pdf Dateien mit je ca. 900KB)

 

 



DMS Secondary School Melela

Informieren Sie sich über den weiteren Aufbau und gegenwärtigen Stand der weiterführenden Internatsschule in Melea - Tansania.

 

(DMS Secondary School Melea - PDF Datei 433 KB)